wuff....wow, das war grosses kino. simon amann hat das ganz richtig erkannt - er muss froh sein, dass er überhaupt in oberstdorf das skispringen gewinnen konnte, denn ausgerechnet eine eigentliche stärke von wolfgang loitzl - der telemark - hat ihn dort den sieg gekostet. seis drum, mit dem heutigen erfolg in bischofshofen und dem sieg der vierschanzentournee ist wuff loitzl ein grosser der szene und darüber hinaus. und was er da im 1.durchgang in den auslauf der paul-ausserleitner-schanze geknallt hat, war sportliche perfektion - auf allerhöchstem level und in sämtlichen belangen. gottseidank war dieser sprung so aussergewöhnlich, dass auch die 5 biederen herren im kampfrichterturm nicht umhin gekommen sind, diesen sportlich äusserst wertvollen moment mit 5 mal der traumnote 20 zu bewerten.
dieser 1. durchgang von loitzl hat ihn aber nicht nur zu einem grossen der skisprung-historie gemacht, sondern war eine sportliche leistung, die an die wirklich grossen namen im gesamten sport denken lässt. betrachtet man die gesamte situation - von der erwartungshaltung von aussen (und vermutlich auch innen), die mehr oder weniger subtilen psychotricks der konkurrenten amann und schlierenzauer, den mehr oder weniger verpatzten probedurchgang, das wissen um die besondere bedeutung dieser sportveranstaltung - dann war der sprung von loitzl eine sportliche sternstunde, wie man sie nur in zusammenhang mit ganz grossen namen des sports in erinnerung hat.
ach ja, noch was: alex pointner hat als cheftrainer nun wirklich fast alles erreicht, was man in seiner position erreichen kann und trotzdem soll an dieser stelle nicht unerwähnt bleiben, dass sich wolfgang loitzl abseits der nationalmannschaft auf diese saison vorbereitet hat...trotzdem: bravo pointex! und ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf die leistung eines martin schmitt (der sich übrigens mit der nationalmannschaft rund um werner schuster vorbereitet hat...) - ganz ehrlich, ich ziehe meinen virtuellen hut. auch wenn es "nur" ein podestplatz in innsbruck war (die bildzeitung titelt bereits jetzt schon wieder bei einem 5. platz von schmitt mit "nur") - dieses comeback war erste sahne.
2009-01-06
wolfgang loitzl und tiger woods
2008-05-15
saure-gurken-zeit im skispringen
soo...so schön langsam sind die neuen konstellationen für die kommende saison im skispringen bekannt. mit janne väätäinen - dem mann mit dem coolsten namen im schispringen (neben heinz wosipiwo - dem assienztrainer von henry glass im stützpunkt klingenthal - versteht sich!) haben auch die finnen ihren neuen cheftrainer bekannt gegeben. väätäinen kennt harri olli, matti hautamäki oder auch janne happonen - die finnischen skispringer haben einfach geile namen - aus seiner zeit als co-trainer von tommi nikunen bestens. mit dieser wahl setzen die finnen auf kontinuität im jahr eins nach janne ahonen. in finnland ist die mannschaft der star, und nicht, wie in manch anderen ländern, der trainer. das tut gut.
der start des sommer-grand-prix in hinterzarten - warum heisst der sommer-grand-prix eigentlich nicht auch schon sommertournee? - liegt noch etwas in der ferne, dennoch laufen die vorbereitungen für den nächsten winter mit den höhepunkten vierschanzentournee und weltmeisterschaft in liberec bereits auf hochtouren. trotz des sommergrandprix der skispringer ist sommer und herbst mediale saure-gurken-zeit im skispringen. obwohl die faszination dieser sportart auch auf mattenschanzen in den warmen jahreszeiten eigentlich voll und ganz vorhanden und sichtbar ist (eigentlich ist skispringen im sommer zumindest für den zuschauer an der schanze viel angenehmer), werden die skisprung-wettkämpfe zumindest von der öffentlichkeit kaum wahrgenommen. klar, die konkurrenz im sommer ist gross. allein das wäre aber grund genug, sich in punkto vermarktung etwas neues zu überlegen. die tatsache, dass ahonen im sommer lieber dragster-rennen gefahren ist anstatt an langweiligen orten an langweiligen wettkämpfen teilzunehmen, ist zeichen genug. wie soll in der bevölkerung begeisterung für etwas entstehen, wenn nicht mal die protagonisten selbst begeistert sind? skifliegen im sommer zum beispiel, oder mattenschanzen in wirklichen gross-städten. oder etwa doch die sommertournee? fis, walter hofer, wer auch immer - alles, aber bitte nur nicht die x-ste tournee!
der nächste winter kommt bestimmt - und vielleicht ist thomas morgenstern ja froh, dass er im sommer die zeit zwischen den trainingskursen und lehrgängen seiner ausbildung zum flugzeug-piloten widmen kann. weil es eh niemanden interessiert, wer in hinterzarten, predazzo oder hakuba den sommer-grand-prix gewinnt.
2008-04-22
warum nicht einfach den weltcup in "skispringen gesamte saison"-tournee umbenennen?
ok, wir haben die vierschanzentournee. und dann gibt es noch das nordic tournament - ebenfalls mit 4 schanzen. also eine art vierschanzentournee des nordens. jetzt soll mit willingen, oberstdorf (skiflugschanze) und klingenthal eine "dreischanzentournee" in deutschland stattfinden. anderer arbeitstitel: team-tour. warum nicht gleich mannschaftstournee? oder warum nicht gleich die weltcupspringen in zakopane, harrachov und liberec als ostblocktournee zusammenfassen - vielleicht kommt mit strbske pleso ja noch ein vierte dazu, dann hätten wir noch eine vierschanzentournee im osten. oder mit planica, villach, predazzo und pragelato eine alpe-adria tournee? oder wie wär`s mit engelberg, einsiedeln und st.moritz als suisse tournament?
ich muss schon sagen - zum glück ist skispringen an sich ein attraktives produkt, denn marketingtechnisch fällt den verantwortlichen in der fis, aber auch anderen nationalen verbänden nichts neues ein. neue märkte werden mit einer weiteren kopie der herrlich konservativen, wertbeständigen und immer noch tadellos funktionierenden vierschanzentournee (das original in oberstdorf, garmisch-partenkirchen, innsbruck und bischofshofen - damit da keine verwirrung entsteht) keine erschlossen. und von aussen zumindest ist nicht ersichtlich, dass in die erschliessung neuer märkte seitens der fis investiert wird (war da nicht mal die rede von einem weltcup skispringen in moskau?). wahrscheinlich wird darauf gewartet, dass putin endlich eine schanze beim kreml baut.
wenn schon was neues, bitte dann doch etwas wirklich innovatives. aber einfach nur die nächste tournee? na ich weiss nicht. und ist deutschland wirklich das einzige land, in dem die fis noch geld verdienen kann? jetzt würde fis-präsident gianfranco kaspar wahrscheinlich sagen, dass die fis nicht für so was unmoralisches wie geld verdienen oder die erschliessung neuer märkte da ist, sondern vielmehr um den skisport in der welt zu fördern. ja, ja. bernie eccelstone ist mir neuerdings auch lieber als max mosley.
ok, liebe fis, dann fördern wir doch den skisport in der welt:
skispringen in den usa lässt man völlig ausbluten, owohl dort sehr viel an tradition und auch potential vorhanden wäre - an skispringern und vereinen, aber auch an begeisterungsfähigem publikum. eigentlich gute voraussetzungen für einen zukünftigen markt. aber ohne finanzielle unterstützung - man könnte es auch investition nennen - wird schispringen in amerika bald nur mehr eine erinnerung sein. lake placid, park city, iron mountain - hey, da könnte man vielleicht eine tournee draus machen! die amis würden es sicher anders nennen - air america oder so. und der sieger wäre dort auf jeden fall world champion!